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Quelle: WAZ Bochum
Datum: 17.03.2026

„Mutter Wittig“ eröffnet wieder: So haben die Pächter das Restaurant verändert
Bochum. Das Traditionslokal in Bochum war mehrere Monate geschlossen, jetzt steht es vor einem Neustart. Hier gibt es erste Einblicke vorab.

Ein paar Tische sind schon gedeckt bei „Mutter Wittig“. Scheint, als könnte es bald wieder losgehen – und genauso ist es. Nach dem überraschenden Aus im vergangenen Jahr steht das Traditionslokal am Bongardboulevard in der Bochumer Innenstadt vor einem Neustart. Die Vorbereitungen laufen, einige Veränderungen hat es schon gegeben.
Rund zwei Monate suchte Inhaber Andor Baltz nach einem Nachfolger für das Lokal, das es seit mehr als 100 Jahren in Bochum gibt. Ende des vergangenen Jahres wurde er fündig: Mit Marcel Gerresheim, Martin Janicki und Elmar Bök fand er gleich drei Nachfolger. Das befreundete Pächter-Trio hat zum neuen Jahr das Lokal übernommen. „Wir haben immer gesagt, wenn es mal eine Möglichkeit gibt, so etwas zusammen zu machen, dann machen wir das auch“, sagte Gerresheim damals.

Jetzt rückt die Neueröffnung immer näher. Am Samstag, 28. März, um 12 Uhr ist es so weit. Sie wollen frischen Wind in das Traditionslokal bringen. Das hatten die drei Pächter schon im Dezember im Gespräch mit dieser Redaktion angekündigt. Aber wie genau soll der aussehen?

„Mutter Wittig“ in Bochum: Neue Pächter haben einiges erneuert
In den verschiedenen Gasträumen wurde einiges erneuert, der alte Charme bleibt aber erhalten. Das sei ihnen wichtig, betont Gerresheim: „Wir haben das Haus modernisiert, aber so, dass es den alten Charme nicht verliert.“

Im Hauptraum, wo auch die Theke ist, ist die mit Fliesen bedeckte Wand modernen Holzpaneelen gewichen. Die Tische und Stühle haben sie komplett ausgetauscht. In einem Gastraum wurde die ehemals dunkle Holzverkleidung weiß gestrichen. Generell wirkt es deutlich heller in allen Gasträumen als zuvor.

Doch nicht nur optisch hat sich in dem historischen Haus einiges getan. Auch das Konzept wollen die neuen Pächter erneuern. Sie wollen vor allem abends das Restaurant wieder beleben. „Mittags war hier immer viel los, das wollen wir mit unserer Mittagskarte auch beibehalten“, sagt Gerresheim.

Mit einer neuen Speisekarte – wie die genau aussieht, verrät der neue Pächter noch nicht – sollen die Gäste auch abends angezogen werden. Nur so viel: „Die Gerichte, die vorher gut gelaufen sind, haben wir natürlich übernommen.“ Nudel-Variationen und eine „ausgefallene Burger-Karte“ sollen auf jeden Fall dazukommen. Und: Das Süppchen kommt zurück. Auch der Biergarten vor dem Haus am Boulevard soll wieder bespielt werden.

„Neben den Stammgästen wollen wir auch mehr jüngere Leute anziehen“, sagt Gerresheim. „Von hier aus können die Gäste zu gegebener Zeit zum Beispiel auch gut ins Bermudadreieck weiterziehen.“

Und: „Wir wollen wieder mehr Sichtbarkeit für unser Lokal in Bochum schaffen“, sagt Gerresheim: „Wir haben festgestellt, dass ,Mutter Wittig‘ bei keinen Veranstaltungen in der Bochumer City mehr dabei war.“ Das wollen sie ändern. Einen Anfang machen sie beispielsweise am 2. April auf dem Abendmarkt in Wiemelhausen. Während des Bochumer Musiksommers soll auch eine Band wieder auf der Terrasse spielen. Sie möchten wieder an mehr Events teilnehmen.

So wolle das Trio den Spagat schaffen zwischen dem alten Charme und einem modernen Gasthaus. Dafür ist manches auch gleichgeblieben – zum Beispiel der Name. Die Bedingung für die Übernahme sei das zwar nicht gewesen, aber: „Das haben wir nie infrage gestellt. Für uns war klar, dass wir den Namen behalten“, so der Pächter. „Der Name ist eine Marke.“ Auch den Großteil des Personals haben sie übernommen.

Neue Pächter von Traditionslokal in Bochum freuen sich auf „strahlende Gesichter“
Die Arbeitsaufteilung des Pächter-Trios ist klar: Gastronom Elmar Bök kümmert sich – wie von Anfang an geplant – um die Küche, die Karte und das Personal.

Marcel Gerresheim kümmert sich unter anderem um das Marketing. Seine Vollzeitstelle als selbstständiger Versicherungsmakler behält er. „Das wird auch immer mein Standbein bleiben, aber die Gastronomie hat mich schon immer fasziniert.“ Einmal in der Woche will er aber den ganzen Tag vor Ort sein. Auch Martin Janicki behält parallel seinen Vollzeitjob als Geschäftsführer eines Pflegedienstes.
Und worauf freut sich das Pächter-Trio besonders, so knapp vor der Eröffnung? „Ein volles Haus, strahlende Gesichter und viele Wiedersehen.